10.01.2013

US-Regierung knöpft sich Waffenlobby vor

die Emotionen kochen hoch

Kommentar:

Wer glaubt, es würde sich grundlegend am Waffenbesitzrechten in den USA etwas ändern, der kennt das Land nicht und seine patriotisch und urdemokratische (!) Waffenbegeisterung; und der spürt auch nicht das tiefgreifende Misstrauen, dass die US-amerikanischen Bürger einem Staat gegenüber besitzen, der ihnen die Waffen abnehmen will, und dem sie sich danach willkürlich ausgeliefert fühlten. 

Dass gerade der Waffenverkauf nach dem Amoklauf von Newtown und den drohenden Waffenverbot anzog, ist für diese Haltung des Misstrauens gegenüber der Regierung ein guter Indikator; auch wenn es dem an den "guten Staat" glaubenden EU-Bürger paranoid erscheint.

Dem sachlichen Argumenten, dass Waffen nicht töten, sondern Menschen, und dass Waffen in der richtigen Hand Leben schützen und Freiheit, kann die Obama-Administration nichts als emotionsgesteuertes Entsetzen über Kindermord entgegen stellen. Wer kein Entsetzen fühlte, wäre kein Mensch, aber Entsetzen ist keine Grundlage für Politik sondern psychologisch Strategie für moderne Kriegsführung (Stichwort: Shock and Awe). Es gelte im öffentlichen Leben besser: sine studio et ira.  

Am Ende wird die Aufregung vielleicht ausreichen, Kriegswaffen im Verkauf einzuschränken bzw. irgendwelche Wartefristen zu verlängre, aber an der grundlegenden waffenstarrenden Situation in den USA wird sich nichts ändern.